Begonnen hat alles für mich mit Hans Hass und seinen "Expeditionen ins Unbekannte", einer 26-teiligen Fernsehserie entstanden 1957/1958 mit dem Segelschiff Xarifa im Roten Meer und dem Indischen Ozean. Schon als kleiner Bub war ich von diesen Filmen und dem Reisen auf dem Meer restlos fasziniert.
So richtig erwischt hat es mich dann aber 1975, als Wolfgang Hausner sein erstes Buch "Taboo. Eines Mannes Freiheit" veröffentlichte. Wolfgang Hausner verließ im Alter von 21 Jahren Österreich und fuhr auf einem Frachter nach Australien. Dort arbeitete er unter anderem als Langusten-Fänger und in einem Goldbergwerk, um sein erstes Boot zu finanzieren. Ohne vorherige Segelerfahrung und alleine suchte er die Freiheit auf den Weltmeeren und fand ein abenteuerliches Leben, von dem er bis zum heutigen Tage nicht mehr los kam. Mit dem knapp zehn Meter langen Katamaran segelte er 50.000 Seemeilen um die Welt. So oder so ähnlich wollte ich es auch machen. Der Grundstein für meine Reiseleidenschaft und das Segeln war damit gelegt. Der große Traum war natürlich eine Weltumsegelung. Aus finanziellen Gründen kam dafür nur ein selbstgebautes Boot in Frage. Aber würde ich das schaffen? Um das auszuprobieren baute ich einen 14 Fuß Wharram-Katamaran. Sogar das Bauen machte Spaß. Der nächste Plan war der Bau von einem 42 Fuß Wharram-Kat, einer PAHI 42. Aus beruflichen und finanziellen Gründen konnte ich die Pläne leider nicht sofort verwirklichen und verschob das Projekt auf die Zeit in der Pension.
Fast um die selbe Zeit arbeitete ich auch im Fotostudio Otto. Herr Otto hatte ein Segelboot in Neusiedl am See. Er war ein sehr guter Segler und gemeinsam mit seinem Bruder segelten wir sehr erfolgreich viele Regatten. Ich habe da viel gelernt dabei. Vor allem, wie spannend ganz langsame Aufholjagden sein können und wie viele tolle Einstellmöglichkeiten es auf einem Segelboot gibt.
Aber einer der schönsten Gründe für mich zu segeln, ist das Erlebnis der Fortbewegung auf dem Wasser fast ausschließlich durch die Kraft des Windes und im Einklang mit der Natur. Wenn der alltägliche Stress durch Zeitdruck und Zwänge, den wir oft gar nicht mehr wahrnehmen, weil er zu unserem täglichen Leben gehört, plötzlich nicht mehr da ist und wir uns in einem Tempo fortbewegen, das durch Naturgewalten und die eigene Geschicklichkeit zustande kommt, dann verursacht dies in dem Moment, in dem es uns bewusst wird, unglaubliche Glücksgefühle. Dazu kommt eine Mischung aus Freude und Stolz, wenn man Abenteuer erlebt und Gefahren überwindet. Außerdem reaktiviert Segeln viele Sinne, die wir im Alltag nie benötigen.
Ein zusätzliches und zugleich das wichtigste Motiv ist das Entdecken von wunderschönen unberührten Gegenden, die einem ohne Boot verborgen bleiben!
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